Wandern auf Gran Canaria

Am Samstag bin ich zu meiner ersten (geführten) Wanderung hier auf der Insel aufgebrochen.

Am Treffpunkt in der Lobby vom Hotel hatten sich alle Teilnehmer pünktlich eingefunden. Es gab vom Hotel Obst und Wasser für alle Rücksäcke. Dann konnte es für die insgesamt elf Teilnehmer losgehen. Eduardo und Natascha stellten sich uns kurz vor und die Truppe setzte sich in Bewegung.

Truppe

Eduardo war unser einheimischer Wanderführer und Natascha seine Übersetzerin. Er ist voran gewandert und Natascha hat hinten geschaut, dass keiner verloren ging. Es wurden immer ausreichend Pausen eingelegt und auch der letzte in der Truppe konnte sich erholen bevor es weiter ging. (Teilweise hat sich die "Kette" doch etwas lang gezogen.)

Am Samstag sind wir zuerst in das naheliegende Dorf San Bartolomé gegangen und dort in einen kleiner Seitenweg eingebogen. Der erste Stop war das Elternhaus von Eduardo. Wir durften das Fenster von seinem Kinderzimmer bewundern und augenzwinkert erzählte er uns davon, wie er früher die Mädchen durch Fenster ins Haus geschmuggelt hat. Der Pfad führte sehr Steil hinab in das Dorfzentrum.

Am Tourismusinformations-Zentrum und Museum des Dorfes schnackte unser Führer kurz mit seinem Vater. Weiter ging es durch das Dorf in Richtung Norden. Schnell hatten wir das Dorf verlassen und waren wieder auf steilem Weg in das Tal.

Eduardo

Zunächst erreichten wir einen, mit Schilf umgebenen, trockenen Flusslauf. Eduardo erklärte uns das das Wasser in Regenzeiten zu einem Stausee nahe Santa Luciá fließen würde. Es gab zwei Wochen vor unserer Wanderung eine kurze einwöchige Starkregen-Periode, aber die Insel braucht regelmäßig neuen Regen. Die Wasservorräte sinken immer wieder auf Niedrigstände.

Es ging dann auf der anderen Hangseite wieder hinauf. Diesmal eher in vielen Kehren als einen steilen direkten Weg. Die meisten Wege waren schmale Fußwege, gerade so breit das eine Person entlang gehen konnte. Links und rechts streifte jeder diverse Kräuter, vor allem Lavendel, und so stieg einem ein toller Geruch in die Nase.

Truppe2

Zwischendurch stoppte Eduardo immer wieder um uns nur auf Gran Canaria angesiedelte Pflanzen zu zeigen, auf giftigen Milch-artigen Ausfluss von einer dieser Pflanzen hinzuweisen oder uns direkt vom Wegesrand Kaktusfrüchte und Feigen zu pflücken. Jetzt weiß ich wie ich eine Kaktusfrucht gefahrlos ernten und essen kann.

RiscoBianco

Unsere Wanderung führte uns in die Nähe des Pico Bianco. Ein heiliger Berg der sich durch seine weiße Farbe von den anderen Bergen und Kuppen abhebt. Wir genossen an einem der Bergkreuze unsere Aussicht und die mitgebrachten Äpfel.

Kreuz

Hier zeigte uns Eduardo die traditionelle Kommunikationsform auf der Insel: eine großes Meeresschneckengehäuse als eine Art Trompete!

Auf dem mehr oder weniger gleichen Rückweg (manche Teilnehmer wären gerne über Rosana in einer Runde weitergelaufen) haben wir etwas abgekürzt. Die Touristeninformation im Dorf konnten wir nicht Besuchen, aber es gab tolles frisch gebackenes Brot, quasi als Entschuldigung. Nach ca 3,5 Stunden und 7,1 km waren wir dann wieder zurück am Hotel.

Ausblick

Ich habe für diese Wanderung zum ersten Mal die Trail-App mitlaufen lassen. Ich glaube das ist eine ordentliche App die ich wieder bei Wanderungen einsetzen werde.

Trails

Hier die gezählten Schritte laut dem iPhone. Stolze 98 Stockwerke sind wir gewandert.

HealthApp


Am Montag gab es nochmal die Möglichkeit eine kleine Wanderung von Hotel aus organisiert zu machen. Leider hatte sich das Wetter verschlechtert und ein leichter Nieselregen hatte eingesetzt.

Eine richtige Tour wurde dann nicht gestartet, sondern eine längere Führung durch den Ort San Bartolomé. Zuerst ging es in das Museum am Kirchplatz. Dort gab es eine typische Wohnung einer wohlhabenden kanarischen Familie von vor hundert Jahren zu sehen.

Ofen

Danach sind wir durch das Dorf gelaufen wo uns der zentrale Waschplatz gezeigt wurde und ein alter noch erhaltener Ziegelofen. Vom Ofen aus sind wir dann hoch auf den Hügel des Dorfes gestiegen. Inzwischen zeigte sich die Sonne und so kam zum Ende der Tour doch noch etwas Wanderfeeling auf.

ZiegelOfen


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