von den ersten Schritten...

... erzählt diese Zusammenfassung unserer zweiten Rollenspielsession.

Wir haben uns Montag wieder mal virtuell zusammengefunden. Es ging wieder mit einer Technik- und Vorbereitungsphase los. Wir haben uns in unserem Spiel bei roll20 im Chat zusammengefunden. Die Audio- und Videoverbindung haben wir via GoToMeeting hergestellt. Für den Ton konnte sich jeder entweder per Telefon oder per Internet einloggen. Die Audioqualität war über die ganze Zeit super und ich bin nur einmal aus der Telefonkonferenz rausgeflogen.
Die Videokonferenz haben wir über den Client vom GoToMeeting durchgeführt. Die Übertragung lief für mich über LTE sehr gut, der Mitspieler im Hotel in der Schweiz hatte leider nicht genug Bandbreite für Video & Audio und musste leider auf das Senden vom Videostream verzichten. (Ich glaube, sehen konnte er uns.)
Ich habe ca. 3 GB in einem Zeitraum von ca. 3 Stunden verbraucht.

Unser Gamemaster Andre hat sich inzwischen in roll20 eingefuchst. Ich hatte den Eindruck, dass die Begeistung für dieses Tool steigt. Unser technisches Setup ist also im Moment roll20 für Chat, Karten, Charaktertoken und Würfeln, GoToMeeting für Audio/Video und eine Mailingliste für die Kommunikation zwischen den Sessions.

Leider ist unser Krieger für den ersten Abend ausgefallen, aber der stößt dann in der nächsten Session zur Gruppe der Abenteurer dazu.

Wir haben unsere Hausaufgaben von der ersten Session dann als erstes in die roll20-Version unserer Charakterbögen übertragen bzw. vervollständigt. Wir haben uns quasi gemeinschaftlich vorgetastet und verstehen immer besser, wie roll20 so funktioniert. Bestimmte Würfel mit entsprechenden Bonus können zum Beispiel direkt aus dem Bogen gewürfelt werden. Bei der nächsten Online-Session werden wir sicherlich das Feature "Würfel-Makros" noch stärker nutzen.

Nach ca. einer Stunde ging es dann mit dem Prelude zu unserer Kampagne los...

Die beiden Kleriker Feis und Rhabur treffen sich in einer Herberge, da ein ungewöhnlicher und starker Sturm draußen tobt und beide zum Ausharren in diesem Haus zwingt. Am zweiten Tag stürmt ein verwirrt wirkender Mönch in den Gastraum und fragt wirre Dinge wie

Wirt! Wie rot ist die Theke?

und zu den beiden Klerikern:

Kennt ihr eine Cassandra?

Nach weiteren Fragen, die keinen zusammenhängenden Sinn ergeben, stürmt der Mönch die Treppe hoch und Feis kann ein dumpfes Geräusch draußen ausmachen. Der Mönch schau noch mal kurz zur Tür herein und sagt

Gravitation: Check!

und verschwindet danach wieder in den Sturm.

Kurz darauf betritt Breaga völlig nassgeregnet mit einem weiten Cape umhüllt die Herberge, die beiden Kleriker stellen sich vor und kommen mit ihr schnell ins Gespräch. Sie hatte den Mönch draußen kurz gesprochen und zusammen werden dem Wirt und der Bardame viele Fragen gestellt. Die beiden werden sichtlich nervös und dem Murmeln der Gäste entnehmen wir, dass der Sturm den Anderen auch nicht ganz geheuer ist. Der Gastraum im Erdgeschoss leert sich langsam und Rhabur geht als Erster von den Dreien nach oben ins Zimmer.
Dann versucht Breaga, beim Wirt ihre weiblichen Reize einzusetzen, um mehr Informationen zu erlangen und ist damit erfolgreich. Feis kann nicht genau sehen, wie weit Breaga gegangen ist, aber als Ergebnis sieht er die Bardame mit hochroten Kopf und laut rufend die Treppe hoch rennen. Rhabur hört in seinem Zimmer den Aufruhr und kommt wieder zurück ins Erdgeschoss.
Die Helden haben vom Wirt erfahren, dass in der Vergangenheit mehrere Überfälle stattgefunden haben. Keiner konnte Genaueres sagen, da genau dann immer alle geschlafen haben.
Unsere Helden beschließen, in Schichten Wache zu halten und der Sache auf den Grund zu gehen. Rhabur, einer der beiden Kleriker, übernimmt die erste Wache im Gastraum. Feis und Braegha schauen sich im Zimmer des Wirts um. (Das hatte er ihr freiwillig und gerne überlassen!)
Dort finden beide nichts Ungewöhnliches. Sie stellen nur fest, dass der Wirt sein Haus anscheinend schon länger nicht verlassen hat und die Assasine Breaga lässt noch ein wenig Taschengeld vom Wirt mitgehen.
Währenddessen schläft Rhabur auf seinem Wachposten ein. Kurz danach sackt Feis schlagartig zusammen und ist ohnmächtig. Nur Breaga kann sich noch wach halten und versucht, Feis zu wecken. Dann nimmt Breaga ein unverständliches Flüstern wahr und versucht, dessen Ursprung zu ergründen. Kurz bevor auch sie in einen tiefen Schlaf fällt, sieht sie noch, wie die Dunkelheit selbst durch das Fenster ins Haus kommt.

Am folgenden Nachmittag erwachen Feis, Rhabur und Breaga aus dem Schlaf. Alle Gäste liegen tot in im Erdgeschoß der Herberge. Alle drei spüren Schmerzen im rechten Unterarm. Rhabur findet unter seiner unbeschädigten Rüstung einen blau leuchtenden Stein, der in seinem Unterarm verwachsen ist. Breaga und Feis finden ebenfalls solch einen Stein. Die Kleriker spüren, dass der Stein nicht böse ist, er aber eindeutig etwas Magisches an sich hat.
Die anderen toten Gäste samt Wirt haben keine offensichtlichen Wunden, keinen Stein im Arm, aber auch keinen Puls.

Dann bemerkt Rhabur, dass bestimmte Farben intensiver wirken. Nachdem er das den beiden anderen mitteilt, nimmt es auch Feis wahr. Die Helden erinnern sich wieder an die Fragen des Mönchs und stellen durch einen beherzten Wurf eines Hockers fest, dass die Gravitation auch leicht verändert ist als der Hocker etwas langsamer als normal herunterfällt.

Im Keller nimmt einer der Kleriker böse Entitäten wahr, also macht sich unsere Truppe auf, den Weinkeller zu erkunden.
Breaga übernimmt die Vorhut, gefolgt von Feis. Rhabur geht als Letzter die Treppe in den Keller hinunter.
Die Entitäten stellen sich als Ratten heraus und die Assasine vernichtet die erste Ratte mit einem Streich. Feis versucht, ihr über die Weinfässer hinweg zur Hilfe zu eilen, verliert aber die Balance und landet zwischen den Fässern und ein paar Holzlatten. Daraus wird Rhabur nicht schlau und versucht es ebenfalls auf dem kurzen Weg. Ebenfalls nicht der Gelenkigste, kommt er nicht über die Fässer hinweg. Die Ratten können nicht viel ausrichten und so töten unsere Helden erfolgreich alle Ratten im weiteren Verlauf des Kampfs.

Bei der weiteren Erkundung des Kellers finden die drei noch zwei weitere Leichen...

ImWeinkeller

Was hat es mit dem Sturm, den Steinen im Arm und den ganzen Leichen auf sich?
Das werden wir vielleicht bei der nächsten Session erfahren.


Dieser Anfang des Abenteuers war für alle ein guter Einstieg. Unser Gamemaster konnte in der Praxis den Umgang mit roll20 üben (Layer ein- und ausblenden, verschiedene Karten benutzen, einen Raum nach und nach aufdecken usw.).
Wir Spieler sind langsam in den Spielfluss gekommen und verstehen so langsam, wofür die vielen Zahlen im Character-Sheet stehen und wie und wann die Würfelproben im Spiel vorkommen. Mit den Ratten haben wir auch schon die Basisregeln für den Kampf kennengelernt.

Alles gar nicht schwer, die einzige Voraussetzung zum Spielen ist: Fantasie!

Die größten Lacher waren Braeghas Diebstahl von nur einem Goldstück aus der Kommode des Wirts (ein Dieb, der nur die Hälfte klaut!) und die völlig dumme Aktion von Rhabur im Weinkeller, nur, um eine Frau zu beeindrucken, auch über die Fässer springen zu wollen!

:-)