Massage^2

Buddhafigur Letzten Sonntag habe ich das Weihnachtsgeschenk für dbFdW eingelöst: Wir sind zu einem Massagekurs für Paare gegangen.
Ich hatte irgendwann letztes Jahr die Idee dazu, weil wir uns ab und zu abends gegenseitig den Rücken massieren. Viel zu selten. Da will ich doch mehr Ahnung haben und vielleicht besser werden.

Auswahl

Nach kurzer Recherche im Netz, um einen Überblick zu bekommen, stellte ich fest, dass es nicht allzu viele Angebote in Hamburg gibt. (Oder mein Google-Fu ist zu schlecht.)
Ich habe mich für InTouch entschieden, weil das Angebot auf der Seite vom Inhalt und von der Kohle her gepasst hat. Für einen Tag von 11 Uhr bis 18 Uhr kostet es 70 € pro Person (mit einer Kursgröße von ca. 10 Paaren). Zuerst bin ich etwas über den Preis gestolpert, finde ihn jetzt aber, zurückblickend, voll in Ordnung.
Etwas überrascht waren wir angesichts der Liste der Gegenstände, die wir mitbringen sollten. Unter anderem wurde uns nach der Anmeldung mitgeteilt, einen Mittagssnack, Handtücher, eigenes Massageöl und eine kleine Statue oder einen Ritualgegenstand zum Dekorieren mitzubringen. Wir sollten praktisch alles selbst mitbringen, noch nicht mal ein Snack wird bereit gestellt?
Der Dekogegenstand ließ mich aufhorchen. Wie hoch wird wohl der Esoterikanteil sein?

Kursstart

Wir sind via Bahn und Bus halbwegs pünktlich angekommen, wurden freundlich begrüßt und auf der Teilnehmerliste markiert. Die Frage nach einem Kühlschrank für unseren Couscoussalat erübrigte sich, denn wir wurden gleich nach mitgebrachtem Essen gefragt und man wies uns den Weg zur Küche.
Es trudelten zeitgleich weitere Teilnehmer ein. Im etwas zu kleinen Vorraum haben wir fix unsere Schuhe aus- und lockere Kleidung angezogen. Zum Start waren Decken mit Sitzkissen darauf im Kreis aufgebaut. Nachdem alle Teilnehmer erwartungsvoll Platz genommen hatten, sollten sie sich an den Händen fassen und sich auf sich selbst konzentrieren, entspannen und ihren Kopf von Gedanken befreien.
Dieser so genannte "energetische Kreis" hat mich etwas irritiert und die Befürchtung "Esoterik" verstärkte sich wieder. Im Prinzip kam ich aber so etwas mehr zur Ruhe.
Nach einer kleinen Vorstellungsrunde wurden die Decken und die Kissen zur Seite geräumt und es ging mit lockerem Tanzen als erste Aktion los. Das war schon etwas komisch, aber so wurde man locker und kam etwas in Schwung.

Übungen

Die Übungen waren in ein Gesamtkonzept eingebunden und haben sich nicht nur direkt auf den Rücken konzentriert. Das Thema des Tages war nämlich "Sich den Rücken stärken".
Die erste Übung war, sich gegenseitig Energie zu geben, indem man den Partner stützt beziehungsweise sich anlehnt. Für mich war diese Übung nicht so der Bringer. Darauf muss man sich doch sehr einlassen und die Energie spüren. Nicht so meins.
Danach wurde uns gezeigt, wie man Füße massieren kann. Das hat nicht direkt mit dem Rücken zu tun, aber z. B. das Massieren der Achillesferse entspannt den Nacken. Tolle Sache!

Methodik

Alle Übungen wurden zuerst von einem der Kursleiter an einem Assistenten vorgeführt. Danach wurden alle Schritte und Tipps wiederholt, während die Teilnehmer am jeweiligen Partner die Übung selbst durchgeführt haben. Nach dem Wechsel des Gebenden zum Nehmenden wurde von dem anderen Kursleiter wieder die Anleitung zur Übung gegeben. So musste man sich bei der Vorführung nicht alles merken.
Ein interessanter Effekt entsteht, wenn man zuerst die Massage bekommt. Denn dann kann man wesentlich besser danach die Massage durchführen, weil man ja schon weiß, wie sich das ganze anfühlt (oder anfühlen sollte).

Als nächstes wurde uns gezeigt, wie wir unseren Partner auf einem Stuhl sitzend massieren können. Eine schöne Übung, die man einfacher als eine komplette Rückenmassage in den Alltag einbauen kann. Hier haben wir uns gegenseitig den Nacken und Rücken mit den Daumen und mit den Handkanten massiert und das Schultergelenk des anderen bewegt.

Mittag

Nach circa drei Stunden wurde um 14 Uhr eine einstündige Mittagspause eingelegt. Einige Teilnehmer sind mit ihrem Essen draußen in die Sonne gegangen. Im Kursraum wurden Tische aufgebaut und zusammengestellt. Schnell ergab sich drinnen ein reger Austausch von Salaten, Brot und Aufstrich. Vom Kurs wurden Tee und Kaffee bereit gestellt. Während des ganzen Tages gab es Leitungswasser aus Karaffen. Die Stunde ging schnell herum und durch den Austausch der mitgebrachten Köstlichkeiten waren wir sehr gut gestärkt für den Nachmittag.

Die Rückenmassage

Nach dem Mittag ging es nach einem kurzen Tanz (ja, leider, noch einer) zum Hauptteil des Tages, der Rückenmassage auf der Massageliege. Es wurde wieder zuerst die Massage mit vier bis fünf Schritten vorgeführt und danach wurden wir bei der jeweiligen Durchführung von den Kursleitern angeleitet. Wie bei allen Übungen gingen die Kursleiter und deren zwei Helfer durch den Raum und haben jedem Tipps gegeben sowie einzelne Parts der Massage noch mal gezeigt.
Nachdem der Gebende die Massage beendet hat, soll sich dieser wieder zurück auf sich selbst besinnen. Der Empfangende kann sich weiter entspannen und der Massage nachspüren.

Abschluss

Zum Abschluss des Massagetages wurden wieder der Kreis aufgebaut, offene Fragen geklärt, ein Handout mit einer Zusammenfassung aller Übungen verteilt und noch ein paar abschließende Worte gesprochen.
Das war insgesamt ein schöner, entspannter Tag, der sich definitiv gelohnt hat.