In der Burg von Greenest

Nach längerer Pause haben wir uns wieder online zusammentelefoniert. Die üblichen Tools Telefonkonferenz/Videochat und roll20.net waren wieder im Einsatz. Ich habe im Hotelzimmer für den Videochat ca. 1,2GB verbraucht. Die Platform roll20.net bietet jetzt bessere Character-Sheets für D&D und gute Integration, um für bestimmte Aktionen zu würfeln. Sehr angenehm. Ideal ist es, glaube ich, zwei Monitore (oder einen ziemlich großen) zu benutzen, um Videochat, Spielkarte und das Character-Sheet gleichzeitig zu sehen. Im Hotelzimmer mit dem Videochat auf dem iPad und roll20 auf dem Notebook ging es auch gut.

So, genug Technikgequatsche.


Da sind wir also. Mitten im Chaos. In Greenest angekommen, während die Stadt geplündert wird. Die gerettete Mutter der Familie drängt uns, in die Burg zu flüchten. Mehrere (Holz-)Häuser stehen in Flammen. Horden von Goblins streifen plündernd durch die Straßen. Wir entscheiden uns nahe des Flusses, uns in die Richtung der Burg zu bewegen. Während wir versuchen, möglichst leise in Richtung Burg zu schleichen (Rhabur z.B. knallt volle Lotte gegen einen Ast und fällt, samt verletztem Vater, in den Fluss), hören wir, wie sich eine einzelne Kreatur im Wald auf uns zu bewegt. Wir gehen erstmal leise weiter.

Dann sehen wir eine Wache aus dem Wald kommen. Sie geht sofort in Angriffstellung. In dem darauf folgenden kurzen Kampf wird der Wächter von Murgor mit der Doppelaxt schwer verletzt. Bereits bewusstlos geschlagen, wird er durchsucht. Unter seinem Kettenhemd sehen wir auf der (zerfetzten) Tunika das Symbol der Drachengilde. Feis steckt sich die Tunika als Trophäe ein und die Wache wird als ein Gefangener von Murgor mit zur Burg mitgenommen.

Die Burg wird schwer bewacht. Wir schließen uns dem Strom flüchtender Ortsbewohner an und werden problemlos in die Burg gelassen. Es stellt sich raus, dass der Vater der von uns geretteten Frau der Gouverneur der Stadt ist.

Von der Burg aus können wir die ganze Ansiedlung gut überblicken. Die Horden von brandschatzenden Goblins sammeln ihre Beute auf dem Marktplatz, von wo aus diese organisiert abtransportiert wird. Der Drache ist immer wieder im Anflug auf die Burg, speziell auf den Burgturm, und spuckt Feuer.

Als wir mit dem Governeur sprechen, kann uns dieser auch keinen Grund nennen, wieso der Drache die Stadt beziehungsweise speziell den Turm angreift. Alle vermuten, dass der Angriff auf die Burg nur als Ablenkung für die Plünderung der Stadt selbst dient. Später sollen wir mit dem Chef der Garnison sprechen, falls wir den Soldaten helfen wollen. Mitten im Gespräch nutzt der Drache seine magischen Kräfte, um uns zu schocken und uns Angst einzujagen. Feis bleibt wie angewurzelt stehen, Breaga erwischt es komplett und sie rennt geschockt schreiend aus dem Raum. Murgor versucht ihr noch hinterher zu rennen, hat aber leider noch unseren Gefangenen auf dem Rücken. Breaga ist erstmal weg.
Rhabur zieht dem geschockten Feis die Tunika aus dem Ruckack und zeigt sie dem Governeur. Der nickt nur und erzählt uns von einem Drachenorden und den bereits Gefangenen im Verlies unter der Burg.

Unser Gefangener wird zunächst für einen Kameraden unserer Gruppe gehalten. (Wir haben im ja seine Tunika mit dem Drachensymbol ausgezogen.) Wir bringen ihn erstmal ins Verlies, kümmern uns um unsere eigenen Wunden und ruhen uns etwas aus.

Währenddessen kommt Breaga wieder zu Sinnen und findet sich außerhalb der Burg wieder. Sie weiß überhaupt nicht, wie sie in den Wald vor der Burg gelangt ist. Aus dem Gebüsch heraus kann sie eine Truppe von Gobblins finden, die, angeführt von einem Wächter, eine Drachenechse antreiben, die beladen mit Diebesgut ist. Anscheinend sind sie dabei, aus der Stadt zu verschwinden. Alleine kann sie nichts ausrichten und Breaga geht wieder zur Burg zurück. Dort trifft sie wieder auf ihre Freunde und wird auf den neuesten Stand gebracht.

Später nehmen wir das Angebot des Gouverneurs entgegen und treffen uns mit dem Chef der Garnison. Er kann unsere Hilfe an verschiedenen Orten gebrauchen. Die Kirche mit zahlreichen Dorfbewohnern ist vor den Plünderen zu schützen, die Mühle als Ort mit wichtigen Vorräten soll gesichert bzw. eingenommen werden. Der Untergrund-Tunnel soll von der Burg aus geöffnet, eventuelle Eindringlinge vernichtet und der Ausgang des Fluchttunnels in der Nähe der Mühle gesichert werden.

Wir entscheiden uns für den Tunnel, der seinen Eingang in den Verliesen der Burg hat. Uns scheint diese Aufgabe als am ehesten zu viert machbar.

Bevor wir uns ins nächste Abenteuer begeben, statten wir dem Meister des Verlieses und Inquisitor der Gefangenen einen Besuch ab. "Unser" Gefangener hat leider nicht überlebt und ist an seinen schweren Verletzungen (oder eventuell an der Folter) bereits gestorben.
Vor Publikum dreht der Folter-Chef richtig auf und legt los, die übrigen lebenden Gefangenen zu befragen. Einigen aus der Truppe wird schlecht und sie müssen wegsehen.

Viel ist aus den Gefangenen nicht herauszubekommen. Sie erwähnen nur einen Namen.

Cyanwrath

Vor dem Tod scheinen sie sich angesichts der Folter nicht zu fürchten.

Plötzlich hat Feis eine Idee. Einen Geistesblitz, möchte man meinen.
Er wirft die leicht zerfetzte Tunika mit dem Drachenemblem über (Rhabur hat ihm die natürlich zurückgegeben!), gibt sich als ihr Anführer aus und verlangt Informationen. Die eigentlich vor Schmerzen wimmernden Gefangenen lachen nur, freuen sich über dieses nette Schauspiel kurz vor ihrem Tod und danken Rabur für diese Einlage. Kurzum, diese Idee war dann doch eher unter "Schnapsidee" zu verbuchen. Es hat allerdings auch allerseits für Lacher bei allen Mitspielern gesorgt. Dafür: Danke, Feis!

Nach dem Zwischenspiel im Kerker mit den Gefangenen geht es nach nebenan zum Eingang in den Tunnel. Versperrt von Fässern, randvoll mit Schwarzpulver, muss mit vereinten Kräften gearbeitet werden. Murgor füllt sich fix einen Beutel mit Schwarzpulver für den persönlichen Gebrauch ab (Notiz: KEIN Feuer in der Nähe von Murgor!). Nachdem die Tür auf Grund von fehlenden Schlüsseln aufgebrochen ist, kommt uns modrige, abgestandene Luft aus dem Dunkeln entgegen.

Eine Fackel wird entzündet (in sorgsamen Abstand von Murgor!) und wir sind startklar für die nächste Episode.