Citizen Four

Ein toller Dokumentarfilm den ich in Frankfurt im kleinen Programmkino "Mal Seh'n" gesehen habe.
In der Schlange beim Einlaß standen direkt vor mir drei Jungs die sich zum Thema SHA-512 und Blowfish ausgetauscht haben. Es gab also interressiertes Fachpublikum mit CCC-Button, aber nicht ausschließlich.
Der Saal war komplett ausverkauf und die Sitze mit sehr durchmischtem Publikum besetzt.

Der Film dokumentiert die Zeitspanne vom ersten Kontakten zwischen Laura Poitras und Edward Snowden ("Ed") bis hin zu aktuellen Entwicklungen in diesem Jahr.

Das beeindruckenste am Film ist, wie nah man die ersten Tage dieser großen Story im Hongkonger Hotelzimmer miterleben kann.
Mir ist erst durch diesen Film so richtig klar geworden wie unglaublich mutig dieser Mann ist. Keiner konnte Ahnen wie sich das ganze entwickeln wird.

Die Filmaufnahmen vor Ort werden sehr gut mit Ausschnitten aus den (Nachrichten-)Fernsehen und mit Chatverläufen und E-Mails bereichert. Nie stören diese Unterbrechungen von den Filmaufnahmen. Das ist ein sehr gut geschnittener Dokumentarfilm.

Obwohl der Verlauf der Geschichte von ja bekannt ist, ist es teilweise spannend, speziell nachdem er seine Anonymität offensiv aufgegeben hatte und mit Hilfe der UNHCR in den Untergrund fliehen mußte.

Auch wenn man im Verlauf des letzten Jahres mit Nachrichten zum Thema NSA, BND und dem Überwachungsskandal quasi überschwemmt wurde, ist dieser Film sehr wichtig: Er macht die Ohnmacht greifbarer, das ganze Ausmaß wieder bewußt und zeigt was ein einzelner Mensch bewirken kann.

Eine tiefe Verbeugung vor Ed.

Danke an Frau Poitras für diesen Film.